Bunte Wald-Monster

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Ich berichtete ja schon auf der revoluzZzionären Facebookseite von meinen Erlebnissen im Wald letztens, dem Gefühl, dass mich mitten am Tage – während der Sonnenschein warm durchs Waldblätterdach auf mich fiel – ein merkwürdiges Gefühl überkam.
Das Gefühl verfolgt zu werden.
Ständig flitzte etwas durchs Unterholz – und aus den Augenwinkeln sah ich etwas Buntes blitzen.
Schließlich versteckte ich mich und sah dann dieses wirklich sehr mysteriöse bunte Monsterchen.
Dummerweise kitzelte mich die Sonne an der Nase und ich musste niesen – und schon war’s blitzschnell verschwunden.

Ich habe oft nach dem lustigen runden Monsterchen geschaut in den letzten Tagen – und manchmal hatte ich auch den Eindruck, es würde etwas Gelbbuntes zwischen den Bäumen hervorhüpfen… aber immer wenn ich zu jenen Bäumen lief, war da nichts…

Gestern Nachmittag machte ich wieder einen langen Spaziergang mit dem revoluzZzionären Lotta-Hund durch den Wald, als ich hinter mir glucksende Geräusche hörte: Und da stand es, das kleine runde, quietschbunte Monsterchen! Und lachte mich breit an. Scheinbar hatte es auch gar keine Angst mehr vor mir, ich ging in die Knie und schaute es mir endlich ganz genau an. Und während wir so Aug in Aug voreinander standen und hockten und keiner von uns auch nur blinzelte… fing das kleine Ding – glaubt es mir oder nicht – tatsächlich an zu sprechen!
Mifindala sei  ihr Name. Und sie wohne nun seit einem Jahr hier in diesem Wald. Eigentlich komme sie aus einem anderen Wald, aber den hätten die Menschen kurzerhand entfernt und stattdessen viele Steinklötze dorthin gestellt – und weil es dann keine Wurzelhöhlen und Bäume mehr zum Verstecken und Wohnen gab, mussten die bunten Gesellen sich aufmachen und eine neue Heimat finden.
In alle Richtungen seien sie gegangen.
Sie und ihre Nachbarin Nafilli hätte es in diesen kleinen Wald verschlagen – und bei diesen Worten zeigte sie hinter mich und als ich mich umdrehte, sah ein weiteres, sehr verschüchtertes Monsterchen auf einem umgefallenen Baum sitzen.

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So richtig wohl fühlten sie sich hier nicht: Viel zu viele Menschen gäbe es hier.
Den ganzen Tag müsse man sich verstecken und kaum würde man es schaffen, sich Beeren, Tannenzapfen und saftige Farnblättchen zu sammeln und sich etwas Entengrütze zu angeln (mir war schon aufgefallen, dass sie immer mal wieder blitzschnell etwas Entengrütze aus dem Fell vom Lotta-Hund geschnappt hatte, die gerade erst in den Waldsee gehüpft war, dann aber geschickt der freudig schleckenden Hundezunge ausweichen konnte).

Und da käme ich nun ins Spiel. Sie bräuchten nämlich schnellstens ein neues Zuhause! Und sie hätten mich ausgewählt, ihnen dabei zu helfen.
Da war ich nun etwas ratlos, denn bei uns Zuhause gibt es ja wahrlich schon genug Monsterchen aller Art, Katzen, einen Hund, 2 laute Kinder, eine Hummelarmee undundund.
Aber gut – ich erkärte mich bereit, mich abends zur Dämmerstunde mit ihnen zu treffen, um sie heimlich aus dem Wald zu holen, ohne dass Spaziergänger auf sie aufmerksam würden.
Und nun schlafen die beiden tief und fest in einem Puppenbettchen der revoluzZzionären Tochter. Neben ihnen stehen Himbeeren aus unserer Bio-Kiste und ein altes Marmeladenglas voller Entengrütze. Und ehrlich gesagt schnarchen die beiden ziemlich laut – sind aber sonst wirklich entzückend.

Nun suche ich also ein neues Zuhause für die Beiden.

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Wie sollte dieses Zuhause sein?
Ein paar liebe Kinder wären fürs erste schon mal perfekt. Und Kinderbetten, unter denen man sich verstecken kann (bitte mit ein paar Staubmäusen, die sie so gerne naschen), Zimmerpflanzen oder Gartenpflanzen brauchen sie auch ganz unbedingt. Und lange Spaziergänge. Und Gute-Nacht-Geschichten. Und täglich ein paar Kuscheleinheiten (denn im Wald bei uns war es sehr einsam – die fehlenden Kuschler dort müssen jetzt ausgeglichen werden).
Wer ist bereit?
Heute Nachmittag gibt es die Beiden im RevoluzZza-Shop für eine Schutzgebühr.

 

Der beste Kindergeburtstag der Welt: Im Puppentheatermuseum Berlin

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Das kleine Fräulein RevoluzZza wurde kürzlich stolze acht Jahre alt – und für diesen Geburtstag hatten wir etwas ganz besonderes geplant: Eine grandiose Geburtstagsfeier im Puppentheater-Museum Berlin!
Bei unseren vorherigen Recherchen hatten wir eine ganze Menge spannende Feiermöglichkeiten gefunden, die interessant waren und sind – aber das Puppentheater-Museum Berlin gewann für uns haushoch. Irgendwie auch verständlich :-)
Und tatsächlich wurden unsere Erwartungen sogar weit übertroffen.
Das Puppentheater-Museum Berlin liegt im Berliner Wandel- und Szene-Bezirk Neukölln. Ich habe in meinen wilden Kunststudentenzeiten genau in dieser Gegend eine ganz billige kleine Altbauwohnung in einer wirklich sehr verrückten Hausgemeinschaft gehabt – und liebte damals schon das alte Passagekino, die Neuköllner Oper und das Cafe Rix. Das Neuköllner Stadtbad ist übrigens auch unbedingt einen Besuch und Sprung ins (leider ziemlich kalte) Wasser wert, wenn Ihr mal in dieser Gegend seid.
Und genau in dieser Nachbarschaft befindet sich seit 1995 das Puppentheater-Museum  Berlin mit seinen vielen historischen aber auch neuen sehr speziellen Puppentheaterpuppen.
Wer das Museum betritt, ist sofort gefangen von den vielen Puppen, die einen anstarren: Manche gruselig, manche frech, manche verträumt – jede grandios.
Und wer sich ganz darauf einlässt, findet in jeder einzelnen Puppe eine faszinierende Geschichte.
Wirklich toll war, dass wir den Geburtstag ganz individuell planen konnten und dass alle besonderen Wünsche berücksichtigt wurden. So hatte die Feier eine sehr große Bandbreite: Das Museum wurde natürlich erkundet bei einem Rundgang und auch eine Menge über die Geschichte des Puppentheaters gelernt.

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Dazu gab es ganz unterschiedliche und wirklich viele Theatervorstellungen, die das Geburstagskind und alle Gäste mit einbezogen.

Die Vorstellung startete mit Pinocchio als Marionetten-Theater – die Kinder lernten hierbei ganz viel über den Aufbau einer Marionette.
Pinocchio gratulierte dem Geburtstagskind:

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Auch auf meinen Schoß kletterte Pinocchio und man glaubt gar nicht, wie lebendig so ein nacktes Holzpüppchen in den Händen eines erfahrenen und begabten Puppenspielers wird!

Ganz besonders umwerfend waren die Puppen eines zeitgenössischen osteuropäischen Puppenmachers, mit denen die Puppenspielerin (die Frau des Museumsdirektors, die uns alle wirklich in ihren Bann zog mit ihrem puppenspielerischen Talent) uns das Märchen vom Glückskind und dem Teufel mit den 3 goldenen Haaren vorspielte:

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Und dann gab es noch ein über hundert  Jahre altes Familientheater mit flexiblen Papp-Hintergründen und Stabfiguren, das früher von reichen Familien als Unterhaltung genutzt wurde – statt sich gemeinsam vor die Glotze zu setzen und berieseln zu lassen hat man sich gegenseitig Geschichten vorgespielt. Auch die Erwachsenen unter sich.

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Es war sehr schön anzuschauen, wie die Kinder sich in die Puppentheaterwelt mitreißen ließen.

Zum Schluß gab es noch eine Vorstellung mit einer ganz speziellen Figur aus Silikon: Dem ziemlich gruseligen Hausmeister des Puppentheatermuseums Manni, der auch noch das letzte Kind aus der Reserve lockte :-)

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Schließlich wurde dann gebastelt – und zwar mit dem Museumsdirektor höchstpersönlich, umgeben von den großartigsten Puppen: Jedes Kind lernte es eine Löffelpuppe zu basteln und nahm eine eigene Löffelpuppe mit nach Hause. Die revoluzZzionären Kinder halten ihre Löffelpuppen sehr in Ehren :-)

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Mich hat das gesamte Geburtstagsfeier-Konzept absolut überzeugt: Es gab eine Menge Spaß, es wurde viel gelacht, es wurde aber auch eine ganze Menge gelernt, zwischendurch können sich die Kinder bei Bewegungsspielen etwas auspowern, so dass eine wirklich großartige Athmosphäre aus gespanntem Zuhören und -sehen, Selbermachen, Lernen und Entspannung entsteht.
Und wer auch Geburtstagskuchen im Museum essen möchte, bekommt einen sehr schön eingedeckten Tisch vorbereitet – Kuchen, Tee und Säfte muß man natürlich selber mitbringen.

Absolute Empfehlung: Wenn Ihr in Berlin lebt und Eurem Kind und seinen Freunden einen besonderen Geburtstag gönnen wollt – das Puppentheater-Museum schlägt alles! Ich würde schätzen, dass Kinder von 6 – 12 Jahren hier zu begeistern sind.

Aber auch wenn gerade kein Geburtstag zu feiern ist, ist das Puppentheater-Museum Berlin eine heiße Empfehlung: Es gibt während der Woche jeden Menge Aktionen für Kitas und Schulklassen und am Wochenende gibt es Theatervorstellungen, Taschenlampenführungen (das wollen wir auch noch unbedingt machen!) undundund.

 

Noch heute: Sale!

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Dawanda macht einen 12%-Frühlings-Sale – und RevoluzZza macht natürlich mit!
Damit alle frühlingsgefühlverrücktenkreativennähbegeisterten Crafting-Süchtigen ihre Frühlings-Energie ausleben können :-)

12% Rabatt gibt’s im revoluzzzionären Dawanda-Shop – und im RevoluzZza-Home-Shop noch ein bisschen mehr!
Let’s sew it!

Unfarben

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Momentan arbeite ich an einer neuen Auftragsarbeit – eine spezielle Puppe für einen Film.
Oberstes Gebot: Sie muss in „Unfarben“ gestaltet sein.

Wenn man mit dieser Vorgabe in einen Stoff-Laden geht, in denen ja nach momentaner Stoff-Mode alles leuchtend und ganze Farbergüsse auf einen warten… kann man einen Stoffladenbesitzer schon mal in Verlegenheit bringen :-)
Ich habe dann bei offstoff in der hintersten Ecke und auf dem obersten Regal doch noch schöne Stoffe in Unfarben gefunden.

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Und seitdem zeichne ich, nähe erste Entwürfe – und bin selber gespannt, was es zum Schluß werden wird :-)

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Gestern die Winterstiefel ausgezogen…

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… und morgen steht schon Ostern vor der Türe. Schneller als ihr denkt :-)
Also habe ich gestern meine liebe Ostheimer-Inuit-Familie endgültig sicher verpackt bis zum nächsten Winter – und aus dem Keller eine kleine erste Oster-Dekoration geholt, entstaubt und unter den frischen Narzissenstrauß gestellt: Ein sehr betagtes Häschenpaar aus dem Erzgebirge – zur Sicherheit vor noch unstetem Wetter und Frühlingsschauern unter einem roten Holzschirmchen (vielleicht habt Ihr das ja auch in Eurer Osterdeko-Sammlung :-) ).

Und auch wenn heute schon allerhand Vorbereitungen für den Geburtstag der revoluzzzionären Tochter in der kommenden Woche getroffen und noch ein paar letzte Stiche und Details an den Faschingskostümen für den Schulfasching beendet werden müssen  – habe ich felsenfest vor, heute Abend den ersten revoluzZzionären Osterhasen des Jahres zu nähen.
Macht Ihr mit?
Um Euch etwas mehr Lust darauf zu machen, gibt’s das Tutorial heute revoluzZzionär günstiger für revoluzZzionäre €4  statt €6.50!
Im RevoluzZza-Shop (da gibt’s dann nach der Bezahlung den Downloadlink sofort – ganz automatisch), bei Etsy und etwas teurer (aber da bin ich nicht dran Schuld, sondern das Prozentsystem des Shops dort) bei Dawanda!
Also… lasst den Frühling und schon etwas Oster-Feeling bei Euch einziehen – es tut gut, glaubt es mir :-)

Diese Osterhäschen sind von Kunden im letzten Jahr genäht worden – alle zuckersüß!
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Noch mehr revoluzZzionäre Filme

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Nachdem die revoluzZzionäre Tochter vorgestern und gestern selber vor der Kamera stand – entspannten wir uns später beim freitäglichen Filmabend.
Bei Popcorn, Pastinakenchips und Kerzenschein gab es bei uns einen Film, der für eine Puppenmacherin  ein absolutes MUSS ist: Coraline

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch des grandiosen Neil Gaiman (während meines Kunst-Studiums war ich eine zeitlang absolut überzeugt davon, später Comic-Zeichnerin werden zu wollen und liebte alles von Gaiman. Zudem ist er Autor eines meiner Lieblingsbücher: „Ein gutes Omen„. Kennste nicht? Musste lesen! Der absolut amüsanteste Roman rund um den Weltuntergang :-) Sind ja bald Osterferien – und das Buch ist perfekt, wenn man abends noch nicht so recht einschlafen kann – und dann schließlich im Morgengrauen das durchgelesene Buch weglegt, um für die Familie den Ferienfrühstückstisch zu decken :-). Und ja, Terry Pratchett hat auch noch an dem Buch mitgeschrieben – aber zurück zum unserem Film…) und ist eine extrem gelungene Mischung aus Stop-Motion-Technik und Computer-Animation.
Und NATÜRLICH musste ich als Puppenmacherin wissen, wie man so einen fantastischen Stop-Motion-Film gemacht hat –  dank Youtube kann man jede Menge Blicke behind the scenes werfen.
Meine Lieblings Making-of-Beiträge sind diese hier:
Die Haar-Spezialistin präsentiert ihre Arbeit
Absoluter Wahsinn: Tiny Knitting! Die Pullover von Coraline wurden auf Nadeln so dünn wie Nähnadeln gestrickt!
„Alles was Du siehst, wurde von jemandem gestaltet und mit der Hand gemacht!“
die Puppen…
Zum Inhalt will ich nichts verraten, denn der Film steckt so voller Überraschungen und Absuditäten und wunderbarer großer und kleiner Details – dass Ihr ihn einfach selbst sehen müsst! :-)
Aber meine Lieblings-Szene zeige ich Euch noch – ein Fest für jeden Puppenmacher :-)