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Kleiner Dreckspatz Aurelia – Die Geschichte einer revoluzZzionären Buchillustration

Kinderbuch "Kleiner Dreckspatz Aurelia" liegt auf Skizzen.

Ende 2016 kontaktiere mich die Autorin Dorothea Flechsig vom Glückschuh Verlag  und fragte, ob ich mir vorstellen könnte, ein Kinderbuch für sie zu illustrieren.
Ich sagte ich sofort: JA!

Kinderbuch "Kleiner Dreckspatz Aurelia" liegt auf Skizzen.

Viel zu lange plante ich schon mit verschiedenen Leuten zusammen ein eigenes Kinderbuch zu schreiben und zu illustrieren – und hier kam nun der entscheidende Schubs: Es gab schon eine Geschichte. Und einen Verlag dazu. Also los!
Dorothea erzählte mir ihre Buch-Idee: Von einem kleinen Jungen, der sich gerne schmutzig macht und dem ein Elternteil erzählt, wie sich die verschiedenen Tiere in der Natur säubern. Das gefiel mir auf Anhieb!
Aber dann grummelte die Feministin in mir ein bisschen: Warum sind es immer Jungs, die zerrissene Hosen vom Klettern und Toben haben? Und die sich beim Spielen beschmaddern und vollkleckern? Mit grasgrünem Hosenboden vom Fußballspielen nach Hause kommen? Während das Idealbild vom kleinen Mädchen nach wie vor ist: Ordentlich mit den Püppchen im rosa Kleidchen fein vor sich hin zu spielen.

Bei meinen Kindern war das genau umgekehrt: Mein Sohn hat immer schon auf sein exaktes Aussehen geachtet und sich vor Schlamm und Dreck geekelt – während die Tochter täglich mehrere Kilo Sand in den Schuhen und ihren Klamotten aus dem Kindergarten nach Hause brachte. Und auch jetzt als großes Mädchen gilt: Spielen geht vor Sauberkeit.

Als ich letztens in einer großen Buchladen-Kette war und die aktuellen Mädchenbücher anschaute – vor allem die auf den Ausstellungsflächen – schien es mir, als wäre die Zeit stehen geblieben: Prinzessin Lillifee (die geschniegelt und chic rosa durch Blumengärten fliegt), Mia and me (ebenfalls  super adrett, rosa und mit Einhorn) und weil Mädchen für die drei ??? nicht cool genug sind (natürlich fehlen denen ein bis 2 weibliche Mitglieder, ganz ohne Frage), gibt es eine Mädchen-Version – mit Klischee-Mädchenthemen und aufgestylten Protagonistinnen.
Natürlich gibt es – gerade von kleinen Verlagen – sehr schöne Bücher, in denen Mädchen auch ohne rosa Schleifchen und Klischee-Gender-Geschichten dargestellt werden. Aber verglichen mit dem Rest: Sind das VIEL zu wenige!
Es wurde also Zeit für ein mutiges, abenteuerlustiges Mädchen – ohne Rosa und stattdessen mit ganz viel Schmutz und Schmadder.
Als ich das Dorothea schrieb und noch ein Foto meiner Tochter schickte – war sie sofort überzeugt: Der Dreckspatz wird ein Mädchen!

Kleines Mädchen mit vom Spielen schmutzigen Gesicht.

Jetzt legte ich los mit dem Mädchen-empowernden Buch, das allen Mädchen zeigen wird, was meine Tochter immer wieder voller Überzeugung sagt: MÄDCHEN DÜRFEN ALLES! MÄDCHEN KÖNNEN ALLES!
Auf der letzten re:publica sprachen Carina Kühne, Raúl Krauthausen und ich über Diversity in Kinderbüchern – und leider darüber, dass sie in dem meisten Büchern fehlt. So gibt es unter anderem meistens das ewig gleiche Familienbild: Mutter, Vater Kind/er – aber keine homosexuellen Eltern oder Kinder, keine alleinerziehenden Eltern, keine Trans-Eltern oder -Kinder.
In Aurelias Geschichte bleibt offen um welches Familienmodell es sich handelt. Man sieht nur Aurelias Papa – und der ist sehr wahrscheinlich alleinerziehend. Oder auch nicht – eben so, wie man es interpretieren möchte.

Als der Name der Protagonistin dann schließlich feststand – stand ich vor Aurelia und fragte mich: Was ist das für ein Mädchen? Wie sieht sie aus? Was mag sie gerne? Was verabscheut sie?
Der Text von Dorothea ließ viel Interpretationsraum.
Und so skizzierte ich hin und her, probierte Gesichtsausdrücke, Haarfarben, große Nase, kleine Nase, Brille oder nicht…

Bleistiftskizzen von Mädchengesichtern.

Bis schließlich eines Abends, fast nachts – meine Kinder schliefen schon – eine Aurelia aus meinem Stift schlüpfte, die für mich genau passte. Und ich konnte nicht anders, als ihr zuzwinkern.
Ja, mit diesem Mädchen würde ich gerne ein Abenteuer erleben :-)
Die Haarfarbe hat sie von meinem Sohn. Und ansonsten ähnelt sie – insbesondere charakterlich – einer jüngeren Version meiner Tochter.

Und so habe ich mit diesem Mädchen zusammen ihre Welt, ihr Abenteuer und ihre Ideen erkundet – und für euch auf Papier gebracht.
Das funktioniert so, dass ich zunächst ein Storyboard für die gesamte Geschichte zeichne und die Farben für Aurelia und ihre Welt festlege.
Eigentlich hatte ich zunächst vollbunte Seiten geplant, mit Himmel und allem drum und dran – aber dann merkte ich, dass diese Geschichte Weißraum zum Atmen braucht. Besonders im Kontrast zur immer schmutziger werdenden Aurelia.

Halbfertoge Buchzeichnung: Ein Mädchen rennt einen Weg entlang.

Dann zeichne ich die Buchseite ganz klassisch mit Bleistift auf Papier. Üblicherweise greife ich gerne zu Buntstiften oder Aquarell – aber Aurelia ist tatsächlich komplett am Computer koloriert worden.
Die Arbeitszeit war insgesamt ziemlich knapp, denn Aurelia sollte schon zur Kinderbuchmesse in Bologna fertig sein.

Ich „leide“ zuweilen künstlerisch an einer starken Tendenz zum Perfektionismus und hätte gerne noch so Manches viele Male überarbeitet – aber dieses Bedürfnis musste ich aus dem Fenster werfen. Und das tat mir – und auch Aurelia – richtig gut (auch wenn ich bei mancher Buchseite gerne noch gerufen hätte: Nein, lass sie mir noch ein bisschen, nur noch ein klitzekleines Weilchen, wir brauchen noch etwas Zeit!“).

Dorothea reiste mit den ersten fertigen Exemplaren ab nach Bologna – und ich war sehr gespannt auf meine erstes Exemplar der Aurelia, die ich bald aus dem Briefkasten angelte.

Zeichnung von Aurelia, die zur KinderBuchmesse Bologna wandert.
Aber ich schaute mein Buch nicht gleich an – sondern wartete, bis meine Kinder aus der Schule kamen. Denn die sind grundsätzlich meine härtesten Kritiker.
„Na siehste, Mama, haste doch gut gemacht!“ Puh – bestanden.

Bestellen könnt ihr das Buch hier (Affiliate Link):  

Oder wollt ihr erstmal ins Aurelia-Buch schauen? Dann könnt ihr das auf der Seite des Glückschuh Verlages tun.
Oder hier:

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Basteln für Weihnachten mit Kindern: Die MATCHBOXPEOPLE mit Weihnachtszimmer

Für einen Workshop mit geflüchteten Kindern habe ich die MATCHBOXPEOPLE erfunden.

Mit ganz wenig Material konnten wir kleine Häuschen und Figuren ausmalen und basteln – mit denen eifrig gespielt wurde. Und nach dem Spiel konnten die Figuren im Streichholzhaus verschwinden und sicher aufbewahrt werden.

Das Set kann nach Lust und Laune bearbeitet und verändert werden.
Es gibt verschiedene Basis-Figuren: Mädchen, Jungen, schmalere, breitere, lange Haare, kurze Haare, Röcke Hosen, Kopftücher, Rollstühle – das waren die Wünsche der Kinder, mit denen ich die ersten Streichholzpuppenhäuser bastelte.
Die Gesichter warten darauf individuell gezeichnet zu werden, die Kleidung kann mit Mustern, Streifen und allem, was einem einfällt geschmückt werden. Jede Nationalität kann erstellt werden, man kann Kinder mit Down-Syndrom zeichnen, Brillenträger und noch so viel mehr.
Und wenn euch eine Basis-Figur fehlt, schreibt: suse (ät) revoluzZza.com.

Hier findet ihr die notwendigen Illustrationen zum Download, die ihr ganz einfach auf jeden Drucker ausdrucken könnt:

 

Materialien:
Ganz wichtig: große Streichholzschachteln ca. 11 x 6 x 2 cm, gibt es in Supermärkten, Drogerien – am günstigsten allerdings als 12-er Packung in Bastelläden oder im Internet zum Beispiel bei MyToys oder bei Ebay. Pro Kind 1 – 2.
Buntstifte, Anspitzer, Radiergummi, Bleistifte, Klebestifte, Kinderscheren (abgerundet)
(Ich empfehle Buntstifte zu verwenden, die sind flexibel und funktionieren auf allen Papieren gut. Filzstifte verlaufen manchmal – und trocknen auch schnell aus.)

Zeitaufwand:
2 entspannte Mal- und Bastel-Stunden

Kinderalter:
von 5 – 12
(5-Jährige werden Hilfe benötigen)

 

ES GEHT LOS: AUSMALEN
Es wird erstmal wild ausgemalt, nach Lust und Laune Gesichter gezaubert (dafür sind angespitzte Blei- und Buntstifte super – und Anspitzen ist gleich noch gut für die Motorik), in manchem noch so kleinen Kind erwacht jetzt ein großer Designer: Lila Hosen zu wild buntem Pulli, zarte klitzekleine Muster fürs Kopftuch, Haarspangen und Blumen ins Haar, Haare mit bunten Strähnchen.
Es gibt keinerlei Beschränkungen.

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Das Haus muss innen und außen dringend noch renoviert und gemalert werden – alles bevor es ausgeschnitten und geklebt wird.
Leere Fenster sind da, um gefüllt zu werden: Vielleicht schaut da jemand aus dem Fenster? Oder es steht ein Radio, Bücher, Pflanzen oder irgendwelche Dekoration auf dem Fensterbrett?

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SCHNEIDEN UND KLEBEN
Erst nachdem alles ausgemalt ist, sollten die Kinder sich ans Ausschneiden machen
Viele Kinder haben motorische Probleme mit Scheren umzugehen, deshalb ist das eine prima Übung. Aber erklärt zur Sicherheit, worauf geachtet werden muss, wenn man mit Scheren umgeht – sonst geht schnell was ins Auge.
Die MATCHBOXPEOPLE werden ganz einfach entlang der gestrichelten Linien ausgeschnitten und dann an der durchgehenden Linie unter den Füße umgeknickt, damit man sie hinstellen kann.

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Die Haus-Außenseite wird ebenfalls ganz einfach ringsherum an den gestrichelten Linien ausgeschnitten und an den inneren gestrichelten Linien nach innen umgeknickt, damit man das Papier um die äußere Streichholzschachtel legen und festkleben kann.

Dabei sollte schön exakt gearbeitet werden, damit nachher nichts übersteht und einreißt.

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Jetzt wird das Haus gemütlich eingerichtet.

Die einfache Version geht ganz schnell: Die gekennzeichneten Ecken des Hausinneren abschneiden, das Papier an den gestreichelten Linien umknicken und dann in das kleine Pappkästchen des Streichholzschachtelinneren einkleben.

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Schon können jede Menge MATCHBOXPEOPLE einziehen!

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ABER: Es geht ja noch besser :-)

Denn mit ein bisschen mehr Fleiß, können die MATCHBOXPEOPLE sogar in eine Zweiraumwohnung einziehen.
Und das geht so:
Wie gehabt die Wohnung ausmalen und dann beide Wohnungsteile ausschneiden.
An den beschrifteten Bereichen die Ecken wegschneiden, an den anderen die Ecken nur EINSCHNEIDEN.
Denn diese Bereiche werden gleich aufeinandergeklebt und ergeben die Zwischendecke im Haus.

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Jetzt alle Teile an den innen angezeichneten gestrichelten Linien knicken, die EINGESCHNITTENEN Bereiche auch.

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Diese EINGESCHNITTENEN Bereiche werden jetzt HINTER die bemalten Wandteile geknickt und festgeklebt (Kleber auf der vorderen Blattseite auftragen und damit auf die hintere Blattseite der jeweiligen Wand kleben. Klingt kompliziert, ist aber ganz easy).

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Dann habt ihr zwei kleine Kästchen, die Ihr wiederum aufeinander klebt – und zwar an der Decke der Küche und am Boden des Schlafzimmers.

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Da ihr hier eben die eingeschnittenen Laschen hinter die Seitenwände klebtet, ist die Zwischendecke zusätzlich statisch verstärkt worden und kann schön bespielt werden.
Jetzt müsst ihr die beiden zusammengeklebten Kästchen nur noch in das Innere der Streichholzschachtel kleben – und fertig ist das Zweiraum-Haus für alle!

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Die kommerzielle Nutzung ist untersagt!

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Internationaler Frauentag

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Ich finde es erbärmlich, traurig und unfassbar – dass es immer noch einen Frauentag geben muss.
Als kleines Kind war ich überzeugt davon, dass gerade wir Mädchen die Gabe haben, uns die Welt zu machen widdewidde wie sie uns gefällt.

Ein bisschen später – als ich ca. 14 oder 15 Jahre alt war – verbrachte ich meine Zeit gerne in Frauenbuchhandlungen und verschlang Simone de Beauvoir, Marilyn French („My goal in life is to change the entire social and economic structure of western civilization, to make it a feminist world.“), Shere Hite und Andrea Dworkin.  Und war der felsenfesten Überzeugung: Wenn ich erwachsen bin, wird es absolute Gleichberechtigung geben. Marily French verstarb ohne ihr Lebensziel erreicht zu haben – und wir Frauen kämpfen noch immer, diskutieren, sitzen in Gefängnissen und sterben. Nur weil wir Frauen sind.

Am Sonntag feierten wir Geburtstag.
Sieben zehnjährige Mädchen saßen bei Tee und Kuchenbergen zusammen und planten ihre Zukunft, vermuteten reihum, wer später welchen Beruf ergreifen würde.
Und dabei passierte rasend schnell, was ich im Laufe meines Lebens schon so häufig unter Frauen erlebte: Die eigene Entscheidung, die eigene Sichtweise bewirkte, dass die andere niedergemacht wurde. Die zukünftige professionelle Fussballspielerin sagte zur anderen: „Na, du heiratest irgendeinen Typen, bekommst viele Kinder und endest wie deine Mutter“. Und die nächste: „Und du wirst bestimmt nur Verkäuferin – bei deinen Zensuren!“ – und: „Wenn du nur Fußball spielst, will dich sicher kein Junge heiraten.“
Grabenkämpfe, die ich in meinen Erwachsenleben unter Frauen schon so häufig erlebte.

An diesem Frauentag heute wünsche ich mir wie so oft:  Dass wir Frauen endlich in Solidarität zusammenstehen und Hand in Hand das Unrecht bekämpfen, das uns nach wie vor klein hält.
Dazu gehört dann auch, unseren Kindern beizubringen, dass andere Lebensentwürfe keine Bedrohung für den eigenen sind. Sondern dass Vielfalt und Respekt uns alle glücklich werden lässt.

Ein Projekt – von vielen – dass mir Mut macht: #ausnahmslos.

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Frühlings-Wimpelkette (Free Tutorial)

Heute ist meterologischer Frühlingsanfang.
Ehrlich – ein bisschen mehr Mühe hätte der Lenz sich schon geben können. Aber was draußen nicht passiert, kann ja in der Wohnung nachgeholt werden.
Nach und nach beginne ich meinen Frühjahrsputz und notwendige Renovierungen. Die Küche müsste gestrichen werden (spätestens seitdem die Tochter übermütig eine Acrylfarbentube mit Druck öffnete und die Zimmerdecke mit blauen Flecken sprenkelte).

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Aber im März wird dafür keine Zeit sein, drum alles abgehängt, Wand tiefenentstaubt, ein bisschen geschrubbt und hier und da ein bisschen Farbe aufgetupft. Und Altes und Neues aufgehängt. Dabei sind ganz viele Herzenssachen: Ein Druck von Ralf Hentrich, ein Laubsäge-Moritz, den mein Bruder mir machte, als ich ein kleines Kind war, Monster auf Pappe von der Tochter, ein Engel von einer anonymen lieben Kundin, eine Keramikeule von einer jungen Künsterin aus dem Spreewald, ein Mädchen aus Blumenblüten von einer alten Dame, die man manchmal auf Berliner Märkten stehen sieht, ein Lebkuchenherz, das mir meine Kinder vor Jahren von ihrem Taschengeld kauften, zauberhafte Keramiktiere von Rosa Hentrich, einen von der Tochter gebastelten Traumfänger – und vorallem meine neue Frühlings-Wimpelkette.

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Eigentlich hatte ich schon meine gesammelten RevoluzZza-Stoffe von stoffn aufs Bügelbrett gepackt, um sie zu plätten und dann ordentlich zuzuschneiden. Aber ein Blick auf die Uhr machte mir klar: Nicht genug Zeit!
Also einfach schöne Muster ausdrucken, schnell ausschnippeln, zusammenkleben und fertig.
Wer Lust hat, macht mit: Hier gibt’s die Wimpelkettenvorlage im PDF-Format zum Download.

Und so einfach gehts:
1. Vorlagen ausdrucken (farbig).

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2. Ausschneiden.

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3. Lasche umknicken und mit einem Klebestift bestreichen (keinen Flüssigkleber verwendet, der wellt das Papier unschön).

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4. Lasche aufkleben, schönes Band durch die Wimpel ziehen (ich habe einen  Gummibandeinzieher verwendet, um die gestreifte Schnur ganz leicht durch die Wimpel zu ziehen. Geht auch mit einer Häkelnnadel o.ä.) – FERTIG!

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Jetzt zackzack an die Wand – und es ist fast Frühling. Naja. Fast.

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Übrigens: Wenn Ihr die Wimpelkette quer durch den Raum hängen wollt, müsst ihr die Wimpel doppelt ausdrucken, die Laschen innen aufeinanderkleben und die Spitzen der Wimpel unten zusammenkleben. Damit die Wimpelkette von beiden Seiten schön aussieht.

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Meine kleine Welt im Schuhkarton

Es war schon länger geplant und es wurde auch schon eine Weile Zeugs gesammelt: Leere Klorollen, Flaschendeckel, Asia-Stäbchen, Tee-Kartons, leere Trinkpäckchen, kaputte Kugelschreiber und noch allerhand mehr. Und natürlich Schuhkartons – denn die sollen die Grundlage werden für unser selbstgebasteltes Puppenhaus.
Die Tochter legte dann einfach los:
Erstentwurf

Während ich mich ziemlich abmühte, nach dem Prinzip der Sorgenpüppchen einigermaßen ansehnliche, bieg- und bespielbare Puppenhauspuppen zu basteln.
Meine rothaarige Lisbeth hat auch schon einmal komplett den Kopf verloren und musste ihn noch einmal von Neuem festgewickelt bekommen – weshalb sie jetzt immer leicht verschämt nach unten schaut.

Nachdem die beiden Freundinnen Lisbeth und Charlotte zunächst in den Rohbau einzogen, wird jetzt jedes Zimmer nach und nach renoviert.
Begonnen haben wir mit der Küche.

kueche

Wie wir die Möbel herstellten, werden wir noch im Einzelnen zeigen.
Wenn ihr Lust habt auch mitzubasteln, könnt ihr hier schon mal die revoluzZzionäre Küchentapete und die Fliesen aus PDF-Druckversion herunterladen.
Je nachdem, wie groß euer Schukarton ist, müsst ihr oben oder unten etwas von den Drucken abschneiden. Dann klebt ihr die Tapete ganz einfach an die Rück- und Seitenwände des Zimmers – und die Fliesen auf den Boden.
Für den Tisch verwendeten wir den Metalldeckel eines Gurkenglases, für die Stühle Flaschendeckel und für die Tisch- und Stuhlbeine Plastikstrohhalme.
Die Lampe ist der Deckel eines leeren Klebestiftes.

Viel Spaß!

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„Kinderbücher dürfen nicht lügen“

Wie müssen Kinderbücher sein?
Die Tochter antwortet: „Man muss sie verstehen können, sie müssen Spaß machen und sie dürfen nicht lügen!“

So einfach ist das.

Allerdings gibt es ausgerechnet im Bereich der Bilderbücher gar nicht wenige, die eine Welt darstellen, die so nicht existiert. Und dabei geht es nicht um blinkende Sternenfee-Universen, sondern um pseudo-realistische Darstellungen von Bauernhof- und Landwirtschaftsszenen.
Praktisch jedes Bilderbuch, das vom Leben auf dem Land erzählt,  verschweigt schlichtweg wie moderne Tierhaltung tatsächlich stattfindet.
Und wer schon als Kind in seinem Lieblingsbilderbuch sah, wie Kälbchen glücklich in einer Herde auf der Weide stehen und an der Zitze der Kuh-Mama saugen – der glaubt auch später gerne, dass die grünen Wiesen auf den Milchpackungen vom tatsächlichen Leben der Milchkühe erzählen.

Kühe auf einer Wiese
Bild aus einem Kinderbuch oder von einer Milchpackung?

 

Und wem man von klein auf erzählte, dass Ferkelchen sich gemütlich im Heu an die Muttersau kuscheln und tagsüber durch Matschepampe hüpfen dürfen – dem schmeckt seine Wurst viel besser. Vorallem, wenn sie ein lustiges Gesicht hat.

schweinchen
Dieses wirklich schöne Buch von Gerda Muller stammt aus einer Zeit, als das beschriebene Schweineleben noch einigermaßen der Realität entsprach.

 

Es gibt einen sehr interessanten TED-Talk zum Thema Karnismus von Dr. Melanie Joy, Professorin für Psychologie und Soziologie an der  Universität von Massachusetts in Boston. Sie ist ebenfalls Autorin des sehr empfehlenswerten Buches Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen: Karnismus – eine Einführung.

Ich habe meine Kinder weder zum Veganismus noch zum Vegetarismus erzogen. Auch lege ich großen Wert darauf, dass sie ihre Freunde und Mitmenschen nicht nach deren Ernährungsverhalten beurteilen.
Aber ich möchte meine Kinder ernst nehmen in ihren Ideen, Bedürfnissen und Vorstellungen. Und so möchte ich ihnen die Möglichkeit geben, bewusste Entscheidung zu treffen.

Meine Kinder kennen nicht alle Fakten zum Thema Massentierhaltung. Und soweit ich es weiß, haben sie nie ein Video mit Bildern aus Mastställen und ähnlichem gesehen.
Aber sie wissen, dass „Nutztiere“ nicht artgerecht und frei leben.
Wenn ich meine Tochter frage, wie das Leben eines Schweines aussieht, dann sagt sie „Es lebt in einer großen Halle dicht an dicht mit anderen Schweinen und sieht wahrscheinlich nie die Sonne“.
Das ist zwar nicht die ganze Wahrheit – aber viel näher dran, als das, was wir Kindern üblicherweise durch Bilderbücher, Kinderfilme usw. suggerieren.

Meine Kinder kommen mit zum Einkaufen. Sie tun das nicht gerne – aber ich empfinde es als notwendiges Übel, damit sie zum einen aktiv miteintscheiden können, was wir essen – und zum anderen auch sehen, was Nahrungsmittel kosten und weshalb sie nicht verschwendet oder weggeschmissen werden sollten.
Letztens in einem Supermarkt brachten sie mir einen Eierkarton, auf dem stand, dass den Hühnern, die diese Eier gelegt hatten, NICHT die Schnäbel abgeschnitten worden waren.
Was bei ihnen natürlich entsprechende Fragen aufwarf.
Auf Eier hatten sie keinen Appetit mehr – auch wenn ich die Kükenschredderangelegenheit gar nicht erzählte.

Meine Kinder waren schon mal sauer auf mich, als sie das Gefühl hatten, ich hätte sie angelogen.
Die täglich radiohörende Tochter hatte einen Bericht über die Lebensbedingungen von Neuland-Tieren gehört und fand, ich hätte ihnen da etwas vorgemacht, da es diesen Tieren ja kaum besser ging als jenen aus Massentierhaltung.
Ich kann diese Reaktion gut verstehen und versuche ständig den Balance-Akt zu schaffen zwischen: Den Kindern keine Essensvorschriften zu machen (mal abgesehen von „Keine Chips und Schokolade zum Mittag“ ;-)), sie aufzuklären ohne ihnen den tatsächlichen Horror zu offenbaren und ihre Entscheidungen mitzutragen.

Buch-Cover

Ich freue mich sehr über Bücher wie dieses: Die Welt der Tiere: Sehen & Verstehen (Affiliate-Link).
Abgesehen von unzähligen spannenden und auch für mich neuen Infos rund ums Tierreich wird hier nichts beschönigt.
Im Gegenteil: Es werden einige Problemthemen – wie Klimaerwärmung und die Bedrohung des Regenwaldes – kindgerecht erklärt. Ohne bei den ernsten Themen ein beklemmendes Gefühl aufkommen zu lassen.
Stattdessen fühlt man sich die ganze Zeit wie ein Entdecker, dem allerhand Geheimnisse offenbart werden. Ehrlich gesagt kann ich mich gar nicht genug über dieses fantastische und schön illustrierte Buch freuen!

weltdertierei

Die Tochter fand lediglich, dass es einige unnötig schwere Worte im Text gab bzw. entsprechende Erklärungen fehlten. Da muss ich ihr leider zustimmen.
Denn Begriffe wie u.a. „zentrales Nervensystem“, „Enzyme“ und „Rezeptoren“ hätten Achtjährigen wirklich in einem kurzem Satz erklärt werden können.
Trotzdem: Absolute Kauf-Empfehlung!

(Altersstufe: 8 – 12 Jahre)