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Herbstlicher Gemüsekuchen mit Steinpilzen und Kürbispüree (vegan)

Eigentlich hatte ich für heute ein Kürbis-Steinpilz-Risotto geplant.
Aber ganz plötzlich überkam mich ein extremer Hunger auf: Gemüsekuchen!
Wenn man nun vegan kocht, hat man ja immer ein bisschen das Problem, dass einem das Hühnerei als „Klebstoff“ fehlt. Und letztens hatte ich ein Kürbispüree-Grundrezept gelesen – und das fand ich perfekt als „Kleber“ für einen leckeren Gemüsekuchen! Und – wie sich herausstellte, hatte ich damit Recht :-)

Ich liebe zu Kürbis ja Curry – aber meine Kinder sind etwas Curry-müde, deshalb habe ich darauf verzichtet.Wenn Ihr allerdings Appetit auf Curry habt, könnt Ihr diesem Rezept mit Curry und einem Hauch Muskat (mögen meine Kinder nicht) eine ganz besondere Note geben.

Wenn man dieses Gericht mit dem richtigen Timing macht – alles ein bisschen gleichzeitig – ist es in einer Stunde fertig. Und es ist ein richtiges Kinder-Lieblingsessen (bestätigten meine Kinder mir jedenfalls).

Ihr beginnt mit dem Kürbispüree.

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Kürbispüree-Zutaten:
– 2/3 eines Hokkaido-Kürbisses (keinen klitzekleinen wählen,  normalgroß bis größer bitte)
– 1 Knoblauch-Zehe
– Olivenöl
– Salz
– optional Rosmarin oder Curry und Muskat

Kürbispüree-Zubereitung:
Bitte verwendet einen Hokkaido-Kürbis aus dem Bio-Anbau oder Garten – dann müsst Ihr ihn nicht schälen.
Den Kürbis halbieren, mit einem Löffel die Kerne ausschaben und dann den Kürbis in dünne Scheiben schneiden.
2/3  dieser Scheiben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Ofenrost legen, mit Olivenöl beträufeln und ca. 40 Minuten bei 160°C – am besten bei Umluft – backen.

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Während die Kürbisscheiben backen, bereitet Ihr den Teig zu.
Ich finde es ja nicht so leicht, bestehende Teigrezepte vegan abzuwandeln. Öfters passierten mir dabei schon staubtrockene Ergebnisse, die ich eher zähneknirschend aß. Vegane Hefeteige finde ich ziemlich leicht zuzubereiten – aber ich mag meinen Gemüsekuchen einfach nicht mit Hefeteig, das ist mir zu Pizza-mäßig.
Dieser vegane Mürbeteig ist das Ergebnis einiger Versuche – mit dem ich nun sehr zufrieden bin. Meine Kinder fanden ihn auch super lecker! Und die sind wirklich meine erbarmungslosesten Kritiker :-)

Teig-Zutaten:
300 g Mehl – Mischung aus Dinkel- (ca. 200 g) – Mais (ca. 70 g)  und Reismehl (ca. 30 g – das Reismehl dient u.a. als Ei-Ersatz)
– 3 gestrichene EL Backpulver
– 4 EL Raps- oder Sonnenblumenöl
– 100 ml Soja-Milch
– 2 EL Soja-Sahne
– 1 gestrichener TL Salz

Wer keine Soja-Produkte verwenden darf oder möchte, kann ebenso gut Hafermilch und Hafersahne verwenden.

Zubereitung:
Mischt alle trockenen Zutaten zusammen – und dann gebt das Öl, die Milch und die Sahne hinzu. Verknetet alles in einer Schüssel rasch zu einer Teigkugel, und lasst diese eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen.

Jetzt wird es Zeit für den Belag. Ich hatte morgens schöne Steinpilze aus dem Spreewald auf dem Markt gekauft (da ich ja bisher keine im Wald fand) und wollte die unbedingt zusammen mit dem Kürbis essen – das ist für mich eine perfekte Geschmacksmischung.

Belag-Zutaten:
– 3 große Steinpilze
– 1 Zwiebel
– die Scheiben des letzten 1/3 des Hokkaido-Kürbisses
– Rosmarin

Belag-Zubereitung:
Die Pilze putzen und in Scheiben schneiden, die Zwiebel in Ringe schneiden (eventuell vorher halbieren, so dass Halbkreise entstehen) und die Rest-Kürbis-Scheiben noch einmal halbieren., so dass die Stücke sich später besser als Belag verwenden lassen.
Nehmt ein zweites Ofenrost, belegt es mit Backpapier und legt die Pilzscheiben, Ziebelringe und Kürbisstücke nebeneinander, beträufelt sie mit Olivenöl und schiebt sie zu den Kürbisscheiben. Dieses Rost darf maximal 10 Minuten im Backofen sein!

 

Eine halbe Stunde sollte nun um sein und der Teig hat genug geruht.
Ich habe eine normale Springform mit 26 cm Durchmesser verwendet – Ihr könnt aber auch eine Tarte-Form verwenden (würde ich sogar vorziehen, aber meine ist mir letztens zerbrochen).
Den Boden der Springform mit Backofenpapier bespannen und die Seiten mit veganer Butter einfetten
Den Teig 3/4 zu 1/4 teilen – den 3/4-Teil zu einer Kugel rollen und mit einem Nudelholz so ausrollern, dass er gut in die Springform passt. Das 1/4 zu Würsten rollen und am Rand der Form entlang legen und festdrücken.
Damit der Teigboden schön flach bleibt, solltet Ihr ihn mehrfach mit einer Gabel einstechen und eine Ladung getrocknete Hüsenfrüchte zum Beschweren auf den Teig streusseln (-> Blindbacken)
Die beiden Backroste nun aus dem Ofen nehmen, den Ofen auf 180°C anheizen und sobald diese Temperatur erreicht ist, ab mit der Springform in den Ofen, mittlere Höhe.
Ich habe meinen Teig 15 Minuten gebacken – er soll noch nicht braun geworden sein, denn er wird mit dem Belag noch etwas weiterbacken.

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Nun wird das Kürbispüree püriert.
Kürbispüree-Zubereitung Teil 2:
Die gebackenen Kürbisscheiben in einen Püriertopf geben und die Knoblauchzehe, eine Prise Salz und noch einen Schuß Olivenöl hinzugeben, damit das Mus schön geschmeidig wird.
Sehr lecker ist nun auch noch eine Prise Rosmarin – oder stattdessen gerne auch Curry mit einem Hauch Muskatnuss.
Alles gut durchpürieren.

Tipp:
Man kann dieses wirklich umwerfend leckere Kürbispüree auch gut als Brotaufstrich verwenden. Im Kühlschrank gelagert und mit Olivenöl bedeckt hält es sich 3 – 4 Tage (aufgrund massiver Leckerheit ist es aber garantiert schon vorher verputzt :-) ).

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Die Zusammenführung:
Nehmt die Spring- oder Tarteform aus dem Ofen und streicht das Kürbismus auf den Teig. In das Kürbispüree drückt Ihr nun den Belag: Die Pilzscheiben, die Zwiebelringe und die Kürbisstückchen.
Dann streut noch einen Hauch Rosmarin (wenn Ihr kein Curry verwendetet – ich jedenfalls mag die Mischung Curry und Rosmarin nicht) über alles und ab für weitere 20 Minuten in den Ofen – immernoch  bei 180°C.

Das Ergebnis ist eingach super köstlich: Leckerer, knuspriger Mürbeteig mit cremigem Kürbispüree und wunderbaren Pilzen, Kürbisstückchen und würzigen Zwiebelringen. Dazu passt ein knackiger Salat – oder wie bei uns: mit Zwiebeln gebratene Steinpilze und die gebackenen Kürbisstückchen, die nicht mehr auf den Kuchen passten.

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Meine sehr schlaue Tochter sagte mit vollem Bauch „Äpfel hätten aber auch dazu gepasst!“ – das werde ich das nächste Mal ausprobieren: Kürbispüree mit Apfelscheiben, Zwiebeln und Salbei belegt!

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Monströs köstliche Kürbis-Apfel-Ingwer-Curry-Suppe

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Es brodelt in der Monster-Küche: Vorräte für die große Monsterwinterruhe müssen vorbereitet werden!
Ab Mitte Dezember bis Anfang Februar setzen die Långarmar-Monster keinen Schritt vor die Tür – viel zu kälteempfindlich sind die langen Arme und die Monsternäschen.
Es gibt da eine furchtbar gruselige Geschichte, dass ein Urururururgroßvatermonster mal mitten im Winter nach draußen ging, um sich die Sterne am Winterhimmel anzuschauen und dann… aber das ist eine andere Geschichte.

Jedenfalls bleiben die Långarmars in den Wintermonaten im warmen Häuschen und der angrenzenden Höhle – und machen es sich unfaßbar gemütlich! Manche Monsterkinder verbringen den halben Winter in der warmen Badewanne (Monster sind nicht wasserempfindlich und kein bißchen schrumpelgefährdet), während die Eltern das Feuer im Wasserboiler immer wieder anheizen. Es werden Monsterfeste gefeiert bei Kerzenschein und ganze Bibliotheken durchgelesen.
Neben einem sehr großen Vorrat an Brennholz (in der Höhle) und massenhaft Kerzen – ist es natürlich unfaßbar wichtig, dass die Vorratskammer mit riesigen Mengen leckerster Dinge gefüllt ist!
Und Kürbis-Apfel-Ingwer-Suppe ist da ideal, sie macht Leib und Seele warm und kann in Vorratsgläsern verschlossen monatelang frisch bleiben – Snukuu Långarmar kocht schon seit zwei Tagen! Allerdings schmeckt die Suppe so köstlich, dass die Monsterfamilie jeden Tag schon den gesamten gekochten Winter-Vorrat auffutterte…

Hier das Rezept für die monströs köstliche Kürbis-Apfel-Ingwer-Curry-Suppe (reicht für 4 hungrige Monstermägen):

Zutaten:
– 1 mittelgroße Zwiebel
– eine Knoblauchzehe
– 1 großer oder 2 kleinere Äpfel
– 800 g Hokkaido-Kürbis (die Menge bezieht sich auf die bereits zubereitete, entkernte, entstengelte, zerschnippelte Menge)
– eine walnußgroße Menge frischen Ingwer
– 1/2 Liter Gemüsebrühe
– 400 ml Kokosmilch
– indisches Currypulver, mittelscharf
– Pfeffer
– Salz
– Ölivenöl

– dazu Baguette, Fladenbrot, ein paar Scheiben Vollkornbrot o.ä.

 

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Vorbereitungen:
Zwiebel und Knoblauch kleinschneiden.
Kürbisse halbieren, die Kerne mit einem Löffel ausschälen, dann die Kürbishälften und den Apfel würfeln.
Gemüsebrühe zubereiten.

Los geht’s:
Die Zwiebel und den Knoblauch in Olivenöl leicht glasig anbraten (auf KEINEN Fall dürfen Zwiebeln oder Knoblauch braun werden), die Kürbis- und Apfelstückchen hinzugeben, ebenfalls kurz mit anbraten und dann mit der Gemüsebrühe ablöschen. Das Ganze kurz aufkochen lassen und bei kleiner Flamme ca. 20 Minuten köcheln lassen.
Nun ist der Kürbis schön weich und die Suppe kann mit einem Pürierstab püriert werden – wer keinen hat, kann auch einen Kartoffelstampfer verwenden, dann wird die Suppe zwar nicht so fein, sondern etwas stückiger – aber das ist auch sehr lecker.
Die Kokosmilch hinzugeben – und jetzt kommt das Beste: Die Suppe wird abgeschmeckt (dabei köchelt sie leise weiter)!
Gebt etwas Salz hinzu (nicht zuviel, wenn Ihr einen Brühwürfel verwendet habt, ist da ja meistens schon Salz drin) und fangt dann an, mit Curry abzuschmecken. Curry ist ein „Löffelgewürz“ – also mindestens einen Teelöffel des wunderbaren Gewürzes sollte man mindestens an jedes Gericht geben. Nun den geschälten Ingwer mit einer Reibe über der Suppe kleinreiben und einrühren, abschmecken und je nach Gusto noch mehr Curry, Ingwer und/oder Salz hinzufügen. Pfeffer nur wenig und zum Schluß (oder auch ganz weglassen), denn durch das Currypulver hat die Suppe schon eine sehr angenehme Schärfe.

Fertig!

Mit frischem Brot servieren (super lecker sind darauf noch ein paar geröstete Kürbiskerne und ein Schuß Kürbiskernöl) – und die Wärme genießen.

(die Kürbiskerne aus den Kürbissen bloß nicht wegschmeissen! Die sind super lecker und sehr gesund: Einfach abwaschen, über Nacht in Salzwasser legen, wieder abwaschen und kurz in kochendes Wasser werfen, 1 – 2 Minuten kochen, dann alles in ein Sieb kippen und die Kerne in kaltem Wasser abschrecken und kurz drin liegen lassen – danach sind alle Kürbisreste weg und man kann die Schale abrubbeln, indem man die Kerne in ein Küchenhandtuch legt und rubbelt. Dann die von der Schale befreiten Kerne auf ein Backblech legen, mit etwas Ölivenöl beträufeln oder besprühen und bei 200°C ca. 15 Minuten backen, leicht salzen, fertig! Köstlich für Kürbissuppen, Salate oder auch um Pesto zuzubereiten)


Das Tutorial zum Monster gibt’s hier und hier und hier!