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Internationaler Frauentag

weltfrauentag

 

Ich finde es erbärmlich, traurig und unfassbar – dass es immer noch einen Frauentag geben muss.
Als kleines Kind war ich überzeugt davon, dass gerade wir Mädchen die Gabe haben, uns die Welt zu machen widdewidde wie sie uns gefällt.

Ein bisschen später – als ich ca. 14 oder 15 Jahre alt war – verbrachte ich meine Zeit gerne in Frauenbuchhandlungen und verschlang Simone de Beauvoir, Marilyn French („My goal in life is to change the entire social and economic structure of western civilization, to make it a feminist world.“), Shere Hite und Andrea Dworkin.  Und war der felsenfesten Überzeugung: Wenn ich erwachsen bin, wird es absolute Gleichberechtigung geben. Marily French verstarb ohne ihr Lebensziel erreicht zu haben – und wir Frauen kämpfen noch immer, diskutieren, sitzen in Gefängnissen und sterben. Nur weil wir Frauen sind.

Am Sonntag feierten wir Geburtstag.
Sieben zehnjährige Mädchen saßen bei Tee und Kuchenbergen zusammen und planten ihre Zukunft, vermuteten reihum, wer später welchen Beruf ergreifen würde.
Und dabei passierte rasend schnell, was ich im Laufe meines Lebens schon so häufig unter Frauen erlebte: Die eigene Entscheidung, die eigene Sichtweise bewirkte, dass die andere niedergemacht wurde. Die zukünftige professionelle Fussballspielerin sagte zur anderen: „Na, du heiratest irgendeinen Typen, bekommst viele Kinder und endest wie deine Mutter“. Und die nächste: „Und du wirst bestimmt nur Verkäuferin – bei deinen Zensuren!“ – und: „Wenn du nur Fußball spielst, will dich sicher kein Junge heiraten.“
Grabenkämpfe, die ich in meinen Erwachsenleben unter Frauen schon so häufig erlebte.

An diesem Frauentag heute wünsche ich mir wie so oft:  Dass wir Frauen endlich in Solidarität zusammenstehen und Hand in Hand das Unrecht bekämpfen, das uns nach wie vor klein hält.
Dazu gehört dann auch, unseren Kindern beizubringen, dass andere Lebensentwürfe keine Bedrohung für den eigenen sind. Sondern dass Vielfalt und Respekt uns alle glücklich werden lässt.

Ein Projekt – von vielen – dass mir Mut macht: #ausnahmslos.