Honig im Kopf

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Ganz frisch angelaufen und ein wirklich großartiger Film zu einem schwierigen Thema: Honig im Kopf

Mein Vater verstarb vor 3 1/2 Jahren an Alzheimer und diese Krankheit hat tiefe Spuren hinterlassen.
Dass jeder Lebensweg einmal enden muss – das ist nun einmal so. Aber mit Alzheimer ist es immer ein Ende, das so eigentlich nicht sein darf.
Ich finde es gut und wichtig, dass dieses Thema immer wieder angesprochen wird – Alzheimer, Demenz, Persönlichkeitsverlust… Das alles findet jeden Tag bei uns um die Ecke statt – aber gut weggesperrt in hübsch geschmückten Pflegeheimzimmern und geregelter Nahrungs- und Medikamentenzufuhr.
Und in den meisten Fällen fehlt das entscheidende: Lebensqualität.

Deshalb habe ich mich wirklich sehr gefreut, als ich kurz vor Ostern in diesem Jahr angesprochen wurde, ob ich mir vorstellen könnte, das Tier an der Seite des an Alzheimer erkrankten Opas (Dieter Hallervorden) und seiner Enkelin (Emma Schweiger) im neuen Film von Til Schweiger zu entwerfen und zu erstellen.

Der Weg war weit und ich habe wirklich eine Masse an Entwürfen geliefert – bis endlich alle das Gefühl hatten: Das ist es. Berta!

Zunächst war Berta auch nur als kleineres Requisit geplant – aber während der Dreharbeiten mauserte sie sich zum kleinen Star :-)

Und… das Schnittmuster zur Berta… ist übrigens schon in Arbeit!

 

12 Responses to “Honig im Kopf”

  1. Astridka 29. Dezember 2014 at 16:49 #

    Liebe Suse, ja, passt, wenn ich es mir so an der Seite meines Vaters ( fast 91, seit über einem Jahr dement ) vorstelle. Aber nach einem Jahr Erfahrung mit meinem Vater ( ich habe darüberhinaus auch eine 102j. Schwiegermutter mit Demenz ) hat diese Erscheinung des Alterns den Schrecken verloren, denn ich empfinde es als ganz natürliche Rückentwicklung, so, wie sich Babies weiterentwickeln. Krankheit kann ich nur das nennen, was ich bei anderen, die z.B. an Krebs erkrankt sind, erlebe. Mein Vater leidet nicht mehr unter seinem Zustand, meine Schwiegermutter schon lange nicht mehr, sondern sie leben ganz im Hier und Jetzt wie kleine Kinder, genießen das, was sie haben: gutes Essen, Freundlichkeit & Zuwendung, Gefühle, Musik, die Jahreszeiten, das Treiben um sie herum. Sorgen, wie wir sie uns um alle unsere Lieben tagtäglich machen, sind für demente Menschen nicht mehr möglich, denn es gibt ja nur noch das jetzt. Und selbst zum Tod meinte meine Schwiegermutter einmal: „Wir müssen mal dort hin, wo ich demnächst wohne ( sie meine den Friedhof ).“
    WIR sind es, die unter der Persönlichkeitsveränderung leiden! WIR müssen unsere Sicht auf diese Entwicklungsform menschlichen Lebens ändern. Und das fällt uns, unter dem Diktat der ewigen Jugend & Leistungsfähigkeit lebend, sehr schwer.
    Ich wünsche dir & deinen Kindern alles Gute für das Neue Jahr.
    Astrid

  2. Suse 29. Dezember 2014 at 20:33 #

    Liebe Astrid, danke für Deinen Kommentar!
    Es gibt allerdings große Unterschiede zwischen Demenz und Alzheimer – Alzheimer ist in den meisten Fällen eine wirklich schreckliche Krankheit, weil dem Erkrankten sein Verfall bewusst ist. Ich möchte nicht ins Detail gehen – aber mein Vater hat bis zum Schluß sehr unter seinem Zustand gelitten. Leider typisch für Alzheimer.

    Ich wünsche Dir auch ein wunderbares 2015!

  3. Astridka 30. Dezember 2014 at 08:49 #

    Liebe Suse, das tut mir sehr leid, denn das ist sehr schlimm, die eigene “ Unfähigkeit“ bewusst zu erleben. Das war bei meinem Schwiegervater so, der an Parkinson litt. Wahrscheinlich haben wir mit unseren beiden „Oldies“ das Glück, dass die Veränderungen im Gehirn die liebenswerten, freundlichen Seiten übrig lassen. Damit ist es leichter umzugehen. Meine Schwiegermutter, eine echte Preußin, ist dadurch so emotional und liebenswürdig geworden wie nie in ihrem Leben, und hat plötzlich Dinge genießen können wie nie zuvor…
    Das zeigt mir, dass dieses Krankheitsbild sehr, sehr vielfältig ist und individuell äußerst unterschiedlich.
    LG

  4. julmoon 12. Januar 2015 at 00:32 #

    Huhu, kann ich die süße Puppe kaufen?

  5. Christine 24. Januar 2015 at 22:52 #

    Ich bin völlig verschossen in Berta – kann man sie irgendwo adoptieren oder wo und wann wird es das Schnittmuster geben?
    Der Film ist großartig

  6. Silvia 18. Februar 2015 at 17:21 #

    Hallo, der Film war super. Lachen und weinen lagen eng zusammen.

    Auch ich habe mich in Berta!! verliebt. Wann kann man sie kaufen.

    Im Netz gibt es keine Angaben.

  7. himbeertrueffel 24. Februar 2015 at 10:22 #

    Hallo.

    Ich habe den Film gesehen und war sehr berührt von der Umsetzung des Themas. Und ich finde Berta war eine wichtige Schnittstelle in der Handlung.
    Irgendwie ist es grad toll, zu wissen, wo Berta herkommt ^^ Also wer sie entworfen hat.
    Eine wirklich gelungenes Plüschtier.

    Wird es das Schnittmuster noch geben?

  8. Tobi 4. März 2015 at 17:57 #

    Hallo,

    gibt es das Schnittmuster für Berta noch? Oder kann mir einer sagen, wo ich Berta als Plüschtier kaufen kann? Vielen Dank.

  9. Tobi 4. März 2015 at 18:00 #

    Hallo,

    hast du das Schnittmuster für Berta schon irgendwo gefunden?

  10. marleen 7. April 2015 at 08:24 #

    Hallo, gibt es das schnittmuster schon von berta?

  11. Tina Ehmke 9. Februar 2016 at 09:41 #

    Ja, ich möchte BERTA auch kaufen,bitte Infos!

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  1. Es monstert wieder! (ein Tutorial) | RevoluzZza - 22. Oktober 2015

    […] Ich habe kurz entschlossen dem MipsOo in der Stirngegend etwas Plüsch, den ich noch von Berta übrig hatte, zwischen die Stofflagen geschoben. Lasst euch gerne davon inspirieren – […]

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